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Donnerstag, 31. März 2016

Lesung: William Boyd


Ich bin ja ein großer Fan von William Boyd und freute mich natürlich entsprechend, als ich sah, dass er für eine Lesung nach München kommt. Nicht ganz so prickelnd fand ich, dass ich das erst wenige Tage vorher erfuhr … Aber zum Glück gab es noch Karten und ich hatte an dem Abend auch nichts anderes vor. Wobei ich für William Boyd auch so einiges abgesagt hätte!

Ich fand mich also am 17. März überpünktlich im Literaturhaus München ein, wo ich zuerst eine Ausgabe von Sweet Caress erstand, um sie mir signieren zu lassen.

Da bis Lesungsbeginn noch reichlich Zeit war, fing ich gleich an zu lesen. Schon nach wenigen Seiten fragte ich mich, ob der Roman auf einer Person basiert, die wirklich gelebt hat. Schließlich lautet der Untertitel »The Many Lives of Amory Clay« und im Buch befinden sich zahlreiche Fotos.

Doch bei der Lesung wurde schnell klargestellt, dass es sich bei Sweet Caress um pure Fiktion handelt, »spekulative Memoiren« quasi. Der Moderator bezeichnete Boyd in diesem Zusammenhang auch als »Wahrheitserfinder«, da er bereits drei ähnlich gelagerte Romane verfasst hat. Geschichten, in denen das Leben eines Menschen mehr oder weniger von der Wiege bis zum Grab erzählt wird.

Was Boyd dazu motivierte, ein viertes Mal ein solches Projekt zu starten, war schlicht und ergreifend die Tatsache, dass die Hauptpersonen in allen drei bisher veröffentlichten Romanen Männer waren. Dieses Mal wollte er aber eine Frau als Protagonistin. Da er sich auch sehr für Fotografie als Kunstform interessiert, entwickelte er die Fotografin Amory Clay.

Die insgesamt 73 Fotografien im Buch wurden erst eingefügt, nachdem der Text bereits geschrieben war. Boyd sagte, dass er sich nicht sicher war, ob die Verbindung von Roman und Fotos funktionieren würde, bis er mit der Arbeit fertig war. Doch witzigerweise würden die Fotos die Story verstärken. Wenn er zum Beispiel das Cottage beschreibt, in dem Amory lebt, und dann auf der nächsten Seite ein Foto eines Cottage abgebildet ist, rufe das beim Leser ein Gefühl von »Oh, da ist das Haus, das gibt es ja wirklich« hervor.

Sein Endziel sei es, »zu versuchen, die Fiktion so weit in die Wirklichkeit hineinzuschieben, dass man vergisst, dass es sich um Fiktion handelt«. Mit diesem Mittel will William Boyd die Macht der Fiktion aufzeigen. Das dürfte ihm mit Sweet Caress/Die Photographin wohl bestens gelungen sein.

Nach dieser höchst interessanten Lesung und dem ersten Kapitel, das ich bereits gelesen habe, kann ich es jedenfalls gar nicht erwarten, Sweet Caress ganz zu lesen!

Montag, 28. März 2016

Schnelle Montagsfrage


Heute gibt’s eine mathematisch anspruchsvolle Montagsfrage von Buchfresserchen:

Wie lange brauchst du im Schnitt für ein Buch von ca. 300 Seiten?

Ich fange jetzt natürlich nicht an zu rechnen, wie viele Wörter so eine Seite mindestens, durchschnittlich oder maximal hat. Weil dann müsste man auch noch den jeweiligen »Schwierigkeitsgrad« der Lektüre einberechnen (dass sich Joyce langsamer liest als Pilcher ist klar). Außerdem wäre dann auch noch die Frage zu berücksichtigen: Wie groß ist denn diese Seite? (Fällt mir grad so ein, weil die Steve-Marriott-Biographie »All Too Beautiful«, die ich gerade lese, ziemlich großformatig und deswegen schlecht zu halten ist - auch nicht zu vernachlässigen!)

Ich denke, dass ich so zwischen 200 und 300 Wörter die Minute lese (bei nicht allzu anspruchsvollen Texten) - ob das jetzt eine ganze Seite oder nur eine Drittel Seite ist, kommt ganz darauf an (siehe oben).

Einen 300-seitigen, spannenden Krimi mit durchschnittlich 250 Wörtern/Seite würde ich in ca. 5 Stunden lesen.

Aber ganz ehrlich gesagt, schau ich beim Lesen in der Regel nicht auf die Zeit, schließlich lese ich ja zur Entspannung und nicht im Wettlauf gegen die Uhr.

Wie sieht das bei Euch aus? Lest ihr in der Regel schnell oder langsam? Und behaltet ihr dabei die Uhr im Blick?

Im Moment verlose ich auf meinem Blog einen nicht ganz unkomplizierten Krimi mit über 500 großformatigen Seiten, nämlich Toter Mann von Ake Edwardson. Da dauert die Lektüre sicher länger als 5 Stunden … Wer bei der Verlosung mitmachen will, klickt HIER.

Donnerstag, 24. März 2016

Rezension und Buchverlosung: Toter Mann von Ake Edwardson


Toter Mann, der 9. (und vorletzte) Fall der Reihe um Kommissar Erik Winter beginnt recht harmlos: Ein abgestelltes Auto mit laufendem Motor wird gefunden. Zwar befinden sich im Wagen Einschusslöcher, doch ein Verletzter oder gar Toter ist weit und breit nicht zu sehen.

Dann werden Schüsse auf einen bekannten Romanautor abgegeben. Zwei Ereignisse, die scheinbar gar nichts miteinander zu tun haben.

Lange weiß man nicht wirklich, worum es in diesem Krimi eigentlich geht, während Edwardson seinem Roman Schicht um Schicht hinzufügt. Dabei springt er auch bis zu dreißig Jahre in die Vergangenheit zurück, was es nicht gerade leicht macht, dem Plot zu folgen.

Ich fand Toter Mann weitaus verstrickter und komplizierter als die ersten Bände der Reihe und teilweise fiel es mir schwer, bei der Stange zu bleiben. Aber ich liebe Edwardsons Schreibstil und die düstere Stimmung, die er mit Worten zaubert. Eine gute Verfilmung von Toter Mann müsste für mich im Stil des Film Noir gehalten sein.

Toter Mann ist für mich sicherlich nicht das Highlight dieser Krimiserie und wer noch nie etwas von Ake Edwardson gelesen hat, sollte vielleicht nicht unbedingt mit diesem Buch einsteigen. Wer die anderen Kommissar-Winter-Romane bereits kennt, sollte Toter Mann aber unbedingt lesen.

BUCHVERLOSUNG

Ich verlose ein Exemplar der gebundenen Ausgabe von Toter Mann. Alle, die sich ab heute (24. März 2016) bis zum 06. April 2016 (Mitternacht) für meinen Newsletter anmelden, nehmen an der Verlosung teil.

Hier geht's zur Anmeldung: KLICK

Du hast dich schon längst für meinen Newsletter eingetragen, willst aber trotzdem mitmachen? Dann sende bitte eine E-Mail mit dem Betreff „Verlosung: Toter Mann“ an [poriomaniacs AT 2diefor DOT com]


Das Kleingedruckte: 
Natürlich ist bei dieser Verlosung der Rechtsweg ausgeschlossen und der Gewinn kann nicht bar ausgezahlt werden. Der Gewinner wird am 07. April 2016 ausgelost und per E-Mail benachrichtigt. Das Buch wird nach Mitteilung der Adresse des Gewinners per Post versandt. Mit der Teilnahme wird mein E-Mail-Newsletter abonniert, der aber nicht allzu häufig (zurzeit vierteljährlich) erscheint und über Neuerscheinungen, Gewinnspiele und ähnliches informiert. Natürlich kann der Newsletter jederzeit abbestellt werden. Die für das Gewinnspiel gemachten Angaben (Name und E-Mail-Adresse) werden nur für das Gewinnspiel und die Newsletter-Zusendung verwendet.

Montag, 21. März 2016

Verschämte Montagsfrage


Die heutige Montagsfrage von Buchfresserchen ist schnell beantwortet:

Besitzt du Bücher, die hinten im Regal stehen (oder gar nicht im Regal stehen), weil du dich insgeheim dafür schämst?

Nein, gibt es nicht.

Unter den Büchern, die ich besitze, gibt es keines, für das ich mich schäme - weder insgeheim noch ganz offen. 

Und falls ich mal was lesen will, was ich eigentlich doof oder peinlich oder sonstwie »unangemessen« finde, würde ich mir das Buch nicht kaufen … oder höchstens das eBook, das kann man dann ganz schnell wieder löschen.  

Wie sieht's bei Euch aus? Habt Ihr irgendwelche Bücher - oder auch ganze Genres -, bei denen Ihr nicht so gern zugebt, dass Ihr sie lest? Wenn auf diese Frage keine Antworten kommen, weiß ich, was los ist ;-)

Donnerstag, 17. März 2016

Lieblingsbuchläden: Word on the Water, London



In der Reihe meiner Lieblingsbuchläden darf natürlich Word on the Water auf gar keinen Fall fehlen! Denn bei Word on the Water handelt es sich nicht um einen Laden im eigentlichen Sinne, sondern um Londons einzigen schwimmenden Buchhändler!

Word on the Water ist auf einem Hausboot untergebracht, das an verschiedenen Stellen Londons ankert und Secondhand-Bücher verkauft. Einen festen Liegeplatz hat Londons Bookbarge zurzeit leider nicht, aber ich hoffe sehr, dass sich das in näherer Zukunft ändern wird.



Die Fotos habe ich aufgenommen, als Word on the Water längere Zeit am Kanal hinter dem Bahnhof Paddington vor Anker lag.



Was ich gekauft habe? Passenderweise ein Exemplar von Ben Aaronovitchs Rivers of London! Das passte so gut, das musste einfach mit!

Wer jetzt beim nächsten Londonbesuch auch einmal in den Beständen von Word on the Water stöbern möchte, kann den aktuellen Standort auf der Facebook-Seite der London Bookbarge herausfinden: https://www.facebook.com/wordonthewater


Montag, 14. März 2016

Verfilmte Montagsfrage

Die heutige Montagsfrage von Buchfresserchen ist ziemlich schwierig für mich:

Was haltet ihr von Büchern, die auf Filmen basieren, also die erst nach dem Film geschrieben worden sind?

Das liegt daran, dass ich mich absolut nicht daran erinnern kann, schon jemals ein derartiges Buch gelesen zu haben.

Ich weiß natürlich, dass es solche Bücher reihenweise gibt und sie in den USA die Media Books genannt werden. Ein solches Buch in Romanform werde ich wahrscheinlich in meinem Bücherregal vergeblich suchen, aber ich habe immerhin ein „Drehbuch“ von Shallow Grave (Kleine Morde unter Freunden), das nicht wirklich das Drehbuch zum gleichnamigen Film ist, sondern quasi eine Aufbereitung desselben. Warum ich das damals gekauft habe, kann ich mittlerweile nicht mehr wirklich nachvollziehen, weil ich diese Art von Drehbuch-Verschnitt nicht mag – vielleicht bildete ich mir damals ein, ich könnte was daraus lernen?

Ansonsten fällt mir zu dem Thema „Bücher und Verfilmungen“ noch ein, dass ich es absolut nicht leiden kann, wenn ein verfilmter Roman ein Foto aus der Verfilmung als Cover verpasst bekommt! Das finde ich unsäglich, weil das meiner Meinung nach irgendwie vorgaukelt, der Film wäre zuerst dagewesen und nicht das Buch ...


Donnerstag, 10. März 2016

Rezension und Buchverlosung: Auferstanden von den Toten von Martha Grimes


Zwei Jahre nach dem mysteriösen Verschwinden der 15-jährigen Nell und ihres Pferdes glaubt nur noch Nells Vater, dass sie noch am Leben ist. Inspektor Jury und sein Freund Melrose Plant nehmen sich der Sache an …

Für mich war Auferstanden von den Toten eher ein Familienroman als ein Krimi. So richtig Spannung kam für mich nie auf, teilweise verlief sich Martha Grimes für meinen Geschmack zu sehr in Nebenhandlungen, die nicht wirklich etwas mit der Hauptstory zu tun hatten. Gut für das Erzähltempo war das natürlich ganz und gar nicht …

Die ersten Bücher der Reihe um Inspektor Jury habe ich geliebt, aber Auferstanden von den Toten wird für mich wohl der letzte Band bleiben. Martha Grimes gelingt es zwar wieder, den Schauplatz im ländlichen England sehr atmosphärisch darzustellen, aber insgesamt war mir die Story einfach zu verquast und undurchsichtig. Selbst ganz am Schluss wusste ich nicht, was wirklich Sache war.

Nach der Lektüre hätte ich zwar wirklich Lust auf einen Ausflug nach Cambridgeshire gehabt, aber leider nicht mehr auf weitere Inspektor-Jury-Krimis. Vielleicht sollte ich einfach mit Band eins ganz von vorne anfangen und die Bände, die mir gefallen haben, noch einmal lesen. The Dirty Duck zum Beispiel … Den Krimi, der mich dazu brachte, in Stratford-upon-Avon nach ganz genau DEM Pub zu suchen.

BUCHVERLOSUNG

Ich verlose ein Exemplar der gebundenen Ausgabe von Auferstanden von den Toten. Alle, die sich ab heute (10. März 2016) bis zum 23. März 2016 (Mitternacht) für meinen Newsletter anmelden, nehmen an der Verlosung teil.

Hier geht's zur Anmeldung: KLICK

Du hast dich schon längst für meinen Newsletter eingetragen, willst aber trotzdem mitmachen? Dann sende bitte eine E-Mail mit dem Betreff „Verlosung: Auferstanden von den Toten“ an [poriomaniacs AT 2diefor DOT com]


Das Kleingedruckte: 
Natürlich ist bei dieser Verlosung der Rechtsweg ausgeschlossen und der Gewinn kann nicht bar ausgezahlt werden. Der Gewinner wird am 24. März 2016 ausgelost und per E-Mail benachrichtigt. Das Buch wird nach Mitteilung der Adresse des Gewinners per Post versandt. Mit der Teilnahme wird mein E-Mail-Newsletter abonniert, der aber nicht allzu häufig (zurzeit vierteljährlich) erscheint und über Neuerscheinungen, Gewinnspiele und ähnliches informiert. Natürlich kann der Newsletter jederzeit abbestellt werden. Die für das Gewinnspiel gemachten Angaben (Name und E-Mail-Adresse) werden nur für das Gewinnspiel und die Newsletter-Zusendung verwendet.

Montag, 7. März 2016

Aussortierte Montagsfrage

Nachdem ich zu der Montagsfrage von letzter Woche absolut nichts sagen konnte, gibt es diese Woche auf dem Blog von Buchfresserchen wieder eine Frage, die ganz meine Kragenweite ist:

Bist du jemand, der seinen Buchbestand regelmäßig ausmistet, oder behältst du lieber alle deine Bücher?

Wenn ich alle Bücher, die ich lese, behalten würde, hätte ich mittlerweile wahrscheinlich eine Messie-Wohnung, in der man auf Schritt und Tritt (soweit man denn überhaupt noch treten könnte) gegen Bücherstapel laufen würde ...

Wenn mir ein Buch sehr gut gefallen hat, darf es bleiben (wenn auch manchmal nur in zweiter Reihe, der Regalplatz ist extrem knapp!). Wenn es nur so lala oder gar SCHLECHT war, wandert es unverzüglich in den offenen Bücherschrank in meiner Nähe oder wird der Stadtbibliothek oder Oxfam gespendet. Da bin ich mittlerweile gnadenlos, da kann das Buch noch so ein gutaussehendes Hardcover sein, wenn es mir nicht gefallen hat, kommt es weg!

Wie sieht's bei euch aus? Trennt ihr euch oder behaltet ihr selbst Bücher, die ihr nicht mochtet?

Donnerstag, 3. März 2016

Ausstellung: Alice in Wonderland, British Library, London


Lewis Carrolls berühmtes Buch Alice’s Adventures in Wonderland wurde erstmals 1865 veröffentlicht. Anlässlich des 150jährigen Jubiläums der Veröffentlichung veranstaltet die British Library eine kleine Ausstellung.

Zu sehen sind zahlreiche verschiedene Ausgaben von Alice im Wunderland und dem Folgeband Through the Looking Glas sowie Illustrationen zahlreicher bekannter Künstler, vom Zeichner der Originalausgabe bis hin zu Salvador Dalí. Auch Filmausschnitte und andere von Alice inspirierte Gegenstände, z. B. Figurinen, Werbung für Guinness und ein Puzzle, sind zu bewundern.

Am besten gefiel mir der Monitor, auf dem man das Buch durchblättern konnte, in dem Lewis Carroll die Geschichte von Alice handschriftlich und eigenhändig illustriert als Weihnachtsgeschenk für Alice Lidell erstmalig auf Papier festhielt.

Natürlich erfährt man auch viel über die Entstehungsgeschichte von Alice im Wunderland. Wie Carroll die Story erstmalig an einem »goldenen Nachmittag« im Jahre 1862 Alice Liddell und ihren Schwestern bei einem Ausflug erzählte, wie ihn Freunde drängten, die Geschichte zu veröffentlichen und wie geschäftstüchtig er mit den Rechten an seinem Werk umging.

So war er bei der Gestaltung des Buchs involviert, suchte die ersten Übersetzer selbst aus und autorisierte etliche musikalische Werke, die auf Alice im Wunderland basierten. Auch gab es sogar damals schon »Alice-Memorabilia«, z. B. eine Aufbewahrungsbox für Briefmarken mit einem Motiv aus dem Buch.

Die kleine aber feine Ausstellung gibt insgesamt einen guten Gesamtüberblick über Alice im Wunderland von Anfang bis heute. Zudem gibt es einen Pop-up-Shop, in dem man alle möglichen Gegenstände mit »Alice-Thema« kaufen kann - Lewis Carroll wäre sicher begeistert gewesen.

Alice in Wonderland ist noch bis zum 16. April 2016 in der Eingangshalle der British Library in London zu sehen.